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Clementine Geoffray gewinnt Trail-Short-Thriller über 45 km an der Nordkette

10. Juni 2023

Die Französin Clementine Geoffray hat sich am 10. Juni 2023 den Weltmeistertitel im Trail Short der Damen bei der WMTRC 2023 gesichert. Auf der anspruchsvollen 45-Kilometer-Strecke rund um die Nordkette bei Innsbruck setzte sich die 28-Jährige in einem packenden Finale gegen ein hochkarätiges Starterfeld durch. Besonders erfreulich aus deutscher Sicht: Ida-Sophie Hegemann erkämpfte sich die Bronzemedaille und sorgte damit für einen historischen Erfolg des deutschen Trail-Runnings.

Die Nordkette als spektakuläre Kulisse für den Trail Short

Die Trail-Short-Strecke über 45 Kilometer und rund 2.500 Höhenmeter gehörte zu den landschaftlich beeindruckendsten Kursen der gesamten Weltmeisterschaft. Start und Ziel lagen in Innsbruck, doch dazwischen erstreckten sich die Trails der Nordkette — jenes majestätischen Gebirgszugs, der sich wie eine natürliche Mauer nördlich der Tiroler Landeshauptstadt erhebt.

Vom Startbereich am Inn führte die Strecke zunächst durch den Wald oberhalb von Innsbruck, bevor der erste große Anstieg zur Seegrube begann. Auf rund 1.900 Metern Höhe öffnete sich der Blick über das gesamte Inntal — ein Moment, den viele Athletinnen trotz der Belastung als unvergesslich beschrieben. Weiter ging es über den Goetheweg, einen der berühmtesten Höhenwege der Alpen, bevor technische Abstiege und ein weiterer Anstieg zum Hafelekar den Kurs komplettierten.

Die Kombination aus steilen Anstiegen, exponierten Gratpassagen und technisch anspruchsvollen Abstiegen machte die Strecke zu einem echten Prüfstein. Trittsicherheit, Höhentauglichkeit und mentale Stärke waren gleichermaßen gefragt.

Geoffrays Rennstrategie: Kontrollierte Aggression

Anders als bei vielen Trail-Rennen, in denen die Führende erst in der zweiten Hälfte nach vorne rückt, wählte Geoffray eine offensivere Taktik. Bereits auf dem ersten Anstieg zur Seegrube setzte sich die Französin an die Spitze des Feldes und diktierte von dort aus das Tempo. Es war eine mutige Entscheidung — auf einer derart langen Strecke kann ein zu frühes Engagement auf den letzten Kilometern bitter bestraft werden.

Doch Geoffray hatte ihren Plan. Die in Chamonix lebende Athletin kennt die Herausforderungen des alpinen Trail Runnings wie kaum eine andere. Ihre Vorbereitung auf die WM umfasste intensive Höhentrainingslager in den französischen Alpen und gezielte Tempohärte-Einheiten auf technischem Terrain. „Ich wusste, dass ich auf den Anstiegen die Stärkste bin", erklärte sie nach dem Rennen. „Mein Plan war es, auf dem ersten Anstieg einen Vorsprung herauszulaufen und diesen dann zu verteidigen."

Dieser Plan ging perfekt auf. Am Checkpoint auf dem Goetheweg, nach etwa 22 Kilometern, führte Geoffray mit einem Vorsprung von 1 Minute und 52 Sekunden vor der Britin Sarah McCormack. Hegemann lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz fünf, rund drei Minuten hinter der Führenden.

Ida-Sophie Hegemanns Aufholjagd zur Bronzemedaille

Die Geschichte von Ida-Sophie Hegemann bei dieser WM ist eine Geschichte von Entschlossenheit und Kampfgeist. Die 26-jährige Deutsche, die erst wenige Jahre zuvor den Wechsel vom Straßenlauf zum Trail Running vollzogen hatte, startete konservativ in das Rennen. Auf den ersten Kilometern ließ sie die Favoritinnen ziehen und konzentrierte sich auf ihren eigenen Rhythmus.

Ab Kilometer 25 begann Hegemanns systematische Aufholjagd. Auf den technischen Abstiegen, die vielen Athletinnen Probleme bereiteten, spielte die Deutsche ihre Stärke aus. Mit jedem Kilometer rückte sie weiter nach vorne: Platz fünf wurde zu Platz vier, dann zu Platz drei. Beim letzten Checkpoint, acht Kilometer vor dem Ziel, hatte sie sich auf den dritten Platz vorgearbeitet und ihren Vorsprung auf die Viertplatzierte auf über eine Minute ausgebaut.

Im Ziel in Innsbruck wurde Hegemann von einem begeisterten deutschen Fanblock empfangen. Ihre Bronzemedaille war die erste WM-Medaille für Deutschland im Trail Running bei einer WMTRC — ein Meilenstein für den deutschen Berglauf- und Trail-Running-Sport.

Das Podium und die Teamwertung

Hinter Geoffray (Zielzeit: 5:23:47) und der zweitplatzierten Sarah McCormack aus Großbritannien (5:26:12) komplettierte Hegemann (5:28:55) das Podium. Die Abstände waren bemerkenswert knapp — weniger als fünf Minuten trennten Gold von Bronze über 45 Kilometer.

In der Teamwertung sicherte sich Frankreich auch im Trail Short den Titel, gefolgt von Großbritannien und der Schweiz. Das deutsche Team erreichte einen respektablen sechsten Platz in der Mannschaftswertung, wobei neben Hegemann auch die weiteren deutschen Starterinnen solide Leistungen zeigten.

Die kompletten Ergebnislisten mit allen Zwischenzeiten und Platzierungen sind auf unserer Ergebnisseite verfügbar.

Nordkette: Warum Innsbruck der perfekte Austragungsort ist

Die Entscheidung, die Trail-Short-Strecke an der Nordkette zu führen, erwies sich als Glücksgriff. Die Nähe zur Stadt Innsbruck ermöglichte es tausenden Zuschauern, das Rennen an verschiedenen Punkten entlang der Strecke zu verfolgen. Besonders am Start- und Zielbereich sowie an der Bergstation der Nordkettenbahn herrschte eine Atmosphäre, die an große Radrennveranstaltungen erinnerte.

Innsbruck hat sich mit den WMTRC 2023 endgültig als erstklassiger Austragungsort für Trail-Running-Wettbewerbe etabliert. Die Kombination aus erstklassiger Infrastruktur, alpiner Landschaft und der Begeisterung der lokalen Bevölkerung schafft Rahmenbedingungen, die international ihresgleichen suchen. Es ist kein Zufall, dass die Stadt bereits mehrfach als Gastgeberin für alpine Sportgroßereignisse ausgewählt wurde.

Reaktionen und Ausblick auf die Trail-Running-Saison

Geoffrays Sieg wurde in der internationalen Trail-Running-Szene als Bestätigung ihres enormen Talents gefeiert. Die Französin, die in den Monaten vor der WM bereits mehrere hochkarätige Trail-Rennen gewonnen hatte, gilt nun als eine der dominantesten Athletinnen ihrer Generation. „Dieser Titel bedeutet mir unglaublich viel", sagte sie bei der Siegerehrung. „Die Strecke an der Nordkette war brutal, aber genau solche Herausforderungen liebe ich."

Für Hegemann war die Bronzemedaille der Startschuss für eine beeindruckende internationale Karriere. Die Deutsche kündigte an, sich künftig verstärkt auf den Trail-Running-Weltcup zu konzentrieren und bei den nächsten Weltmeisterschaften um noch höhere Platzierungen zu kämpfen. Unter den Athletinnen der WMTRC 2023 hat sie sich einen festen Platz in der internationalen Spitze erarbeitet.

Die Trail-Short-Entscheidung der Damen bei den WMTRC 2023 war ein weiteres Beispiel dafür, warum Trail Running zu den am schnellsten wachsenden Ausdauersportarten weltweit gehört. Die Kombination aus athletischer Leistung, strategischer Tiefe und der Verbindung mit der Natur macht jeden Wettbewerb zu einem unvergesslichen Erlebnis — für Athletinnen wie für Zuschauer.

Häufige Fragen

Die Trail-Short-Strecke umfasste 45 Kilometer mit rund 2.500 positiven Höhenmetern. Sie führte rund um die Nordkette bei Innsbruck und beinhaltete unter anderem den berühmten Goetheweg auf über 2.000 Metern Höhe.

Die Bronzemedaille gewann die Deutsche Ida-Sophie Hegemann mit einer Zielzeit von 5:28:55. Es war die erste WM-Medaille für Deutschland im Trail Running bei einer WMTRC und ein historischer Erfolg für den deutschen Laufsport.

Die Strecke startete und endete in Innsbruck. Sie führte über den Anstieg zur Seegrube (1.900 m), entlang des Goethewegs und über das Hafelekar. Die exponierten Gratpassagen und technischen Abstiege machten den Kurs besonders anspruchsvoll.

Geoffray wählte eine offensive Strategie und übernahm bereits auf dem ersten Anstieg die Führung. Sie setzte auf ihre Stärke bei Anstiegen und verteidigte den Vorsprung erfolgreich bis ins Ziel — eine mutige, aber letztlich goldrichtige Entscheidung.

Nur 5 Minuten und 8 Sekunden trennten die Siegerin Geoffray (5:23:47) von der Drittplatzierten Hegemann (5:28:55) im Ziel. Über 45 Kilometer und 2.500 Höhenmeter war das ein extrem knappes Ergebnis.

Frankreich sicherte sich den Titel in der Teamwertung, gefolgt von Großbritannien und der Schweiz. Das deutsche Team erreichte den sechsten Platz, angetrieben von Hegemanns starker Einzelleistung.