WMTRC 2023 Innsbruck-Stubai
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Routen & Höhenprofile

Rennstrecken der Berg- und Trailrunning-WM 2023 in Innsbruck und im Stubaital

Die World Mountain and Trail Running Championships 2023 nutzten die spektakuläre Landschaft rund um Innsbruck und das Stubaital für fünf unterschiedliche Rennstrecken. Vom explosiven Vertical Race am Elfer bis zum epischen Trail Long über 80 km — jede Strecke stellte einzigartige Anforderungen an die Athleten und bot Zuschauern unvergessliche Bilder.

Vertical Race — Berglauf zum Elfer im Stubaital

MerkmalDetails
Distanz7,2 km
Höhenmeter aufwärts1.062 m
StartpunktNeustift im Stubaital (993 m)
ZielpunktElfergipfel (2.505 m)
Datum8. Juni 2023
UntergrundWaldwege, Almwiesen, Fels, Geröll

Das Vertical Race war die kürzeste, aber intensivste Disziplin der WMTRC 2023. Die Strecke begann im Ortszentrum von Neustift und führte über steile Waldpfade, offene Almwiesen und zunehmend felsiges Gelände hinauf zum Gipfel des Elfer auf 2.505 m. Die durchschnittliche Steigung betrug knapp 15 % — mit Passagen von über 30 % in den oberen Abschnitten.

Die ersten 3 km führten durch dichten Bergwald auf gut markierten Wanderwegen. Ab der Baumgrenze auf etwa 1.800 m öffnete sich die Landschaft zu alpinen Grasmatten mit Blick auf die umliegenden Stubaier Gipfel. Die letzten 1,5 km über Fels und Geröll verlangten Trittsicherheit und mentale Stärke. Andrea Mayr gewann das Damen-Rennen in beeindruckender Manier.

Streckenverlauf im Detail

Mountain Classic — Bergauf-Bergab durch die Nordkette

MerkmalDetails
Distanz12,3 km
Höhenmeter aufwärts890 m
Höhenmeter abwärts890 m
Start/ZielInnsbruck, Hungerburg (860 m)
Höchster PunktHafelekar (2.334 m)
Datum9. Juni 2023

Die Mountain-Classic-Strecke nutzte das spektakuläre Terrain der Nordkette — dem Hausberg von Innsbruck, der direkt über der Stadt aufragt. Start und Ziel waren an der Hungerburg, von wo aus die Strecke über die Seegrube hinauf zum Hafelekar auf 2.334 m führte und über eine alternative Route wieder hinunter.

Der Aufstieg war schnell und steil mit technisch anspruchsvollen Serpentinen oberhalb der Seegrube. Der Abstieg stellte hohe Anforderungen an die Abfahrtstechnik — lockeres Geröll und schmale Pfade mit Tiefblick über Innsbruck machten das Rennen zu einem echten Kriterium für Komplettathleten.

Trail Short — Alpine Trails rund um Innsbruck

MerkmalDetails
Distanzca. 45 km
Höhenmeter aufwärts2.600 m
Höhenmeter abwärts2.600 m
Start/ZielOlympiaworld Innsbruck (574 m)
Höchster Punktca. 2.200 m (Nordkette)
Datum10. Juni 2023
Zeitlimit10 Stunden

Der Trail Short war eine Rundstrecke mit Start und Ziel an der Olympiaworld. Die Route führte zunächst durch die Innsbrucker Altstadt und über die Höttinger Alm hinauf zur Nordkette. Von dort verlief die Strecke auf Höhenwegen mit Blick ins Inntal und über den Patscherkofel zurück ins Tal. Abwechselnde Anstiege und Abstiege auf Singletrails, Forstwegen und alpinen Pfaden machten den Trail Short zu einem technisch vielseitigen Rennen.

Verpflegungsstationen

Kimi Schreiber lief als Silbermedaillengewinner über die Trail-Short-Strecke und bewies damit seine Vielseitigkeit. Clementine Geoffray gewann das Damen-Rennen in einem packenden Duell.

Trail Long — Die Königsdisziplin über 80 km durch die Tiroler Alpen

MerkmalDetails
Distanzca. 80 km
Höhenmeter aufwärts4.500 m
Höhenmeter abwärts4.500 m
Start/ZielOlympiaworld Innsbruck (574 m)
Höchster Punktca. 2.600 m
Datum11. Juni 2023
Zeitlimit18 Stunden

Der Trail Long war die Königsdisziplin der WMTRC 2023 und führte die Athleten auf eine epische Reise durch das Herz der Tiroler Alpen. Die Strecke verlief über Nordkette, Karwendelkamm und die Bergwelt südlich von Innsbruck — mit hochalpinen Passagen auf über 2.500 m, technischen Gratübergängen und langen Abstiegen über Geröllfelder.

Die ersten 30 km führten durch die Nordkette und über den Karwendelkamm — reine Hochgebirgsstrecke mit minimaler Infrastruktur. Danach folgte ein langer Abstieg ins Inntal, bevor der zweite große Anstieg über den Patscherkofel begann. Die finalen 15 km zurück zur Olympiaworld waren ein Wechselspiel aus Singletrails und Forstwegen durch die südlichen Innsbrucker Berge.

Stubai Ultratrail — 65 km durch das gesamte Stubaital

MerkmalDetails
Distanzca. 65 km
Höhenmeter aufwärts3.800 m
Höhenmeter abwärts3.800 m
Start/ZielNeustift im Stubaital (993 m)
Höchster Punktca. 2.850 m (Stubaier Höhenweg)
Datum11. Juni 2023
Zeitlimit16 Stunden

Der Stubai Ultratrail war die eigenständige Ultra-Disziplin der WMTRC 2023 und führte durch das gesamte Stubaital. Die Rundstrecke startete in Neustift, führte über die Elferhütte auf den Stubaier Höhenweg — einem der spektakulärsten Höhenwege der Alpen — weiter zur Starkenburger Hütte und über die Schlicker Alm zurück nach Neustift.

Hochalpine Passagen auf über 2.800 m mit Gletscherblicken auf den Stubaier Gletscher, steile Auf- und Abstiege über Moränen und Gratüberschreitungen machten den Stubai Ultratrail zu einer der anspruchsvollsten Strecken der gesamten WM. Hannes Namberger gewann das Rennen in einer beeindruckenden Solo-Vorstellung.

Markante Streckenabschnitte

Häufige Fragen zu den Strecken der WMTRC 2023

Ja, alle Strecken der WMTRC 2023 verlaufen auf bestehenden, markierten Wander- und Bergwegen in der Region Innsbruck und Stubaital. Die Vertical-Race-Strecke zum Elfer, der Stubaier Höhenweg und die Trails rund um die Nordkette sind frei zugänglich. Bei alpinen Routen oberhalb von 2.000 m ist alpine Erfahrung und entsprechende Ausrüstung erforderlich. Aktuelle Wegbedingungen sollten beim Tourismusverband Stubai Tirol oder Innsbruck Tourismus erfragt werden.

Der Trail Long über 80 km mit 4.500 Höhenmetern war objektiv die anspruchsvollste Strecke. Der Stubai Ultratrail (65 km, 3.800 Hm) war jedoch wegen der hochalpinen Passagen auf über 2.800 m und der technisch schwierigen Gratüberschreitungen möglicherweise die physisch härtere Herausforderung. Alle Ergebnisse spiegeln die unterschiedlichen Anforderungen wider.

Anfang Juni herrschen in den Tiroler Alpen variable Bedingungen. Bei der WMTRC 2023 erlebten die Athleten überwiegend gutes Wetter mit Temperaturen zwischen 5 °C auf den Gipfeln und 25 °C im Tal. In den höheren Lagen lagen noch Schneereste, die teilweise die Streckenführung beeinflussten. Das Zeitfenster Anfang Juni wurde gewählt, weil es den besten Kompromiss zwischen Schneelage und stabilen Wetterverhältnissen bietet.

Ja, alle Strecken ab dem Mountain Classic aufwärts verfügten über mehrere Verpflegungsstationen. Beim Vertical Race gab es nur am Start und Ziel Versorgung. Trail Short und Trail Long hatten alle 8–12 km vollausgestattete Stationen mit Wasser, Isotonischen Getränken, Obst, Riegeln und warmer Brühe. Beim Stubai Ultratrail befanden sich die Stationen an den bewirtschafteten Hütten entlang der Strecke.

Für Trail Short, Trail Long und Stubai Ultratrail galt eine Pflichtausrüstungsliste: Regenjacke, Rettungsdecke, Handy mit gespeicherter Notrufnummer, mindestens 1 Liter Trinkwasser, Stirnlampe (für Trail Long und Stubai Ultra), Pfeife und ausreichend Verpflegung zwischen den Stationen. Die Ausrüstung wurde am Start stichprobenartig kontrolliert.

Die WMTRC 2023 Strecken erforderten Schuhe mit aggressivem Profil für die alpinen Abschnitte (Fels, Geröll, nasse Wurzeln), gleichzeitig aber Komfort für die langen Forstwege und Almpassagen. Die Mehrzahl der Athleten setzte auf Trailrunning-Schuhe mit 4–6 mm Stollenprofil und einer Sprengung von 4–8 mm. Gamaschen (Gaiters) wurden für die Geröllpassagen empfohlen.

Der Stubai Ultratrail hatte ein wellenförmiges Profil mit vier Hauptanstiegen: Der Aufstieg zum Elfer (1.500 Hm), der Stubaier Höhenweg mit mehreren Gegenanstiegen (400–600 Hm), der Aufstieg zur Starkenburger Hütte (800 Hm) und der letzte Anstieg zur Schlicker Alm (500 Hm). Dazwischen lagen lange Abstiege in die Seitentäler. Der höchste Punkt lag bei etwa 2.850 m auf dem Stubaier Höhenweg.

Die Region Innsbruck-Stubai bietet ideale Voraussetzungen für Berg- und Trailrunning: Die Nordkette ragt direkt über der Stadt auf und ermöglicht eine einzigartige Kombination aus urbanem Start und alpinen Trails. Das Stubaital mit dem Stubaier Höhenweg und dem markanten Elfer bietet hochalpines Gelände in unmittelbarer Nähe. Die ausgezeichnete Infrastruktur (Seilbahnen, Hütten, Rettungsdienste) machte die sichere Durchführung auf diesem Niveau möglich.