WMTRC 2023 Innsbruck-Stubai
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IAU-Präsident Nadeem Khan über die WMTRC 2023 als Talentschau des Ultra Trail Running

7. Juni 2023

Die World Mountain and Trail Running Championships 2023 in Innsbruck-Stubai bringen erstmals alle Disziplinen des Berg- und Trailrunnings unter einem gemeinsamen Dach zusammen. Für Nadeem Khan, Präsident der International Association of Ultrarunners (IAU), ist dieses Event ein historischer Meilenstein. Im Interview spricht er über die Bedeutung der Meisterschaft, die Zukunft des Ultra Trail Running und warum die Tiroler Alpen der perfekte Schauplatz für diese Premiere sind.

Die Bedeutung der gemeinsamen Weltmeisterschaft

Die Zusammenführung von Berglauf, Trailrunning und Ultra Trail Running unter dem Dach von World Athletics war ein langer Prozess. Nadeem Khan hat diese Entwicklung von Anfang an begleitet und sieht in der WMTRC 2023 einen entscheidenden Schritt nach vorne.

„Was wir hier in Innsbruck-Stubai erleben, ist nicht einfach eine weitere Weltmeisterschaft. Es ist die Geburtsstunde eines neuen Formats. Zum ersten Mal kommen Athletinnen und Athleten aus dem Berglauf, dem Trailrunning und dem Ultra Trail zusammen, um gemeinsam ihre Weltmeister zu küren. Das hat es in dieser Form noch nie gegeben."

Für die IAU bedeutet die Integration in das neue WM-Format auch eine größere Sichtbarkeit. Ultra Trail Running war lange eine Nischendisziplin, die abseits der großen Leichtathletik-Bühne stattfand. Die Aufnahme in die offizielle Ergebnisliste einer World Athletics-Veranstaltung verleiht dem Sport eine neue Legitimität.

Innsbruck-Stubai als idealer Austragungsort

Die Wahl des Austragungsortes fiel nicht zufällig auf Tirol. Die Region um Innsbruck und das Stubaital bietet eine einzigartige Kombination aus alpiner Infrastruktur, spektakulären Strecken und einer tief verwurzelten Bergsportkultur.

„Ich habe in meiner Karriere viele Veranstaltungsorte gesehen, aber Innsbruck-Stubai ist etwas Besonderes. Die Strecken sind technisch anspruchsvoll und landschaftlich atemberaubend zugleich. Die Infrastruktur ist erstklassig, und man spürt überall die Begeisterung der lokalen Bevölkerung für den Bergsport. Das ist genau die Umgebung, die unsere Athletinnen und Athleten verdienen."

Besonders die Ultra-Trail-Strecke durch das Stubaital stellt für Khan ein Highlight dar. Die Route führt über hochalpines Gelände, durch traditionelle Tiroler Bergdörfer und bietet den Teilnehmern ein Erlebnis, das weit über den sportlichen Wettkampf hinausgeht.

Eine Talentschau für den Nachwuchs

Ein zentrales Anliegen Khans ist die Förderung junger Talente. Die WMTRC 2023 sieht er als eine Art Schaufenster, in dem sich die nächste Generation des Ultra Trail Running der Welt präsentieren kann.

„Innsbruck-Stubai ist für mich vor allem eine Talentschau. Wir werden hier junge Athletinnen und Athleten sehen, die in den kommenden Jahren die Szene dominieren werden. Das gemeinsame Format gibt ihnen die Möglichkeit, sich mit den Besten aller Disziplinen zu messen und voneinander zu lernen. Das ist unbezahlbar für die Entwicklung des Sports."

Tatsächlich zeigt ein Blick auf die Starterliste der WMTRC 2023, dass zahlreiche Nationen erstmals Athleten in allen drei Disziplinen entsenden. Länder wie Nepal, Ecuador und die Philippinen, die im klassischen Berglauf bisher kaum in Erscheinung traten, stellen nun Teams für die Trailrunning-Wettbewerbe.

Die Zukunft des Ultra Trail Running

Khan blickt optimistisch in die Zukunft. Er sieht die WMTRC als Modell für künftige Großveranstaltungen und hofft auf eine weitere Professionalisierung des Ultra Trail Running.

„Wir stehen erst am Anfang. Die Zusammenarbeit mit World Athletics, der WMRA und den nationalen Verbänden wird den Sport auf ein neues Level heben. Ich bin überzeugt, dass Ultra Trail Running in zehn Jahren eine der populärsten Ausdauersportarten weltweit sein wird. Die Basis dafür legen wir hier in Innsbruck."

Konkret wünscht sich Khan eine bessere finanzielle Absicherung der Athleten, einheitliche Anti-Doping-Standards und eine stärkere mediale Präsenz. Die Geschichte des Berglaufs zeigt, dass der Sport immer wieder Phasen der Transformation durchlaufen hat — und die aktuelle Phase könnte die bedeutendste sein.

Herausforderungen und Chancen

Trotz aller Euphorie verschweigt Khan nicht die Herausforderungen, die mit dem neuen Format einhergehen. Die Koordination zwischen drei Verbänden, unterschiedliche Regelwerke und die logistischen Anforderungen einer alpinen Großveranstaltung stellen alle Beteiligten vor anspruchsvolle Aufgaben.

„Natürlich gibt es Reibungspunkte. Drei verschiedene Disziplinen unter einen Hut zu bringen, ist komplex. Aber genau das macht es spannend. Wir lernen alle voneinander, und am Ende profitieren die Athletinnen und Athleten davon. Kompromisse gehören dazu, aber das Ergebnis wird größer sein als die Summe seiner Teile."

Ein wichtiges Thema ist dabei auch die Nachhaltigkeit. Die Veranstalter in Innsbruck-Stubai haben sich zum Ziel gesetzt, die Meisterschaft so umweltverträglich wie möglich durchzuführen. Khan begrüßt diese Initiative ausdrücklich und sieht darin ein Vorbild für künftige Veranstaltungen.

Ein persönlicher Blick auf die Tiroler Berge

Abseits seiner offiziellen Rolle als IAU-Präsident zeigt sich Khan auch persönlich beeindruckt von der Region. Bei einem Besuch der Strecken im Vorfeld der Meisterschaft hatte er Gelegenheit, die Tiroler Bergwelt kennenzulernen.

„Ich bin selbst auf einigen Abschnitten der Ultra-Trail-Strecke gelaufen. Die Kombination aus technischem Terrain, alpinen Höhenmeter und der überwältigenden Landschaft ist einzigartig. Wenn unsere Athleten diese Strecke bewältigen, haben sie etwas Außergewöhnliches geleistet. Das werden Rennen, die in die Geschichte eingehen."

Mit Blick auf die bevorstehenden Wettkämpfe zeigt sich Nadeem Khan zuversichtlich, dass die WMTRC 2023 in Innsbruck-Stubai neue Maßstäbe setzen wird — sowohl sportlich als auch organisatorisch. Die Talentschau, wie er das Event bezeichnet, könnte der Beginn einer neuen Ära im Ultra Trail Running sein.

Häufige Fragen

Nadeem Khan ist Präsident der International Association of Ultrarunners (IAU). Er vertritt die Ultra-Trail-Disziplin bei der gemeinsamen Weltmeisterschaft in Innsbruck-Stubai und hat maßgeblich an der Integration des Ultra Trail Running in das neue WM-Format mitgewirkt.

Khan sieht die gemeinsame Weltmeisterschaft als einzigartige Plattform für junge Talente. Erstmals können sich aufstrebende Athletinnen und Athleten aus dem Ultra Trail Running auf einer World-Athletics-Bühne präsentieren und sich mit den Besten aus Berglauf und Trailrunning messen.

Die Region bietet technisch anspruchsvolle Strecken im hochalpinen Gelände, erstklassige Infrastruktur, eine starke Bergsportkultur und spektakuläre Landschaften. Die Kombination aus Höhenmetern, wechselndem Terrain und logistischer Erreichbarkeit macht Tirol einzigartig für diese Art von Wettkampf.

Khan prognostiziert, dass Ultra Trail Running innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer der populärsten Ausdauersportarten weltweit wird. Er strebt bessere finanzielle Absicherung für Athleten, einheitliche Anti-Doping-Standards und stärkere mediale Präsenz an.

Die Koordination zwischen drei Verbänden (IAU, WMRA, World Athletics), unterschiedliche Regelwerke der Disziplinen und die logistischen Anforderungen einer alpinen Großveranstaltung sind die größten Herausforderungen. Khan betont jedoch, dass alle Beteiligten von der Zusammenarbeit profitieren.

Erstmals entsenden zahlreiche Nationen aus Asien, Südamerika und Afrika Teams in allen drei Disziplinen. Länder wie Nepal, Ecuador und die Philippinen nutzen das neue Format, um sich auf der Weltbühne zu präsentieren und ihre wachsende Trailrunning-Szene zu demonstrieren.