Kimi Schreiber, Jahrgang 1996, zählt zur jüngeren Generation deutscher Trail-Läufer, die den Berglaufsport in Deutschland auf ein neues Niveau heben. Aufgewachsen in den Alpenvorland-Regionen Süddeutschlands, begann Schreiber schon früh mit dem Laufsport und wechselte als Jugendlicher vom Straßenlauf in die Berge. Die Kombination aus Ausdauer, Trittsicherheit und einer bemerkenswerten Fähigkeit, auch auf technisch anspruchsvollem Gelände hohes Tempo zu halten, machte ihn schnell zu einem der vielversprechendsten Talente im deutschen Trailrunning.
Sein Durchbruch auf internationaler Ebene kam in den Jahren vor der WMTRC 2023, als er bei verschiedenen europäischen Trail-Rennen regelmäßig Top-10-Platzierungen erzielte. Schreiber zeichnet sich durch seinen aggressiven, gleichzeitig kontrollierten Rennstil aus: Er geht Anstiege früh an, hält in technischen Abfahrten hohes Tempo und verliert selbst in den letzten Rennkilometern kaum an Geschwindigkeit. Diese Fähigkeiten prädestinierten ihn für die anspruchsvollen Strecken in Innsbruck und dem Stubaital.
Neben dem Wettkampfsport engagiert sich Schreiber auch in der Trail-Running-Community und teilt seine Erfahrungen regelmäßig mit Nachwuchsläufern. Er gilt als bodenständiger Athlet, der trotz seiner Erfolge den Spaß am Laufen in den Bergen nie verloren hat. Sein Trainingsumfeld in den bayerischen und Tiroler Alpen bietet ihm ideale Bedingungen für die Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe.
Bei der World Mountain and Trail Running Championships 2023 in Innsbruck-Stubai erlebte Kimi Schreiber das Wochenende seines Lebens. Im Trail Short — einer Distanz von rund 45 Kilometern mit etwa 2.500 Höhenmetern — lief er ein taktisch herausragendes Rennen. Schreiber hielt sich in der ersten Hälfte zurück, arbeitete sich dann ab der Halbdistanz kontinuierlich nach vorne und überquerte die Ziellinie in einer Zeit von 3:28:44 als Zweiter. Die Silbermedaille war sein erster WM-Podiumsplatz und die erste Trail-Short-Medaille für Deutschland seit Jahren.
Doch Schreiber war noch nicht fertig. Im Trail Long — einer brutalen Strecke über rund 80 Kilometer mit 4.500 Höhenmetern durch das hochalpine Gelände des Stubaitals — trat er erneut an. Obwohl die Beine vom Trail Short noch schwer waren, kämpfte er sich durch das Rennen und sicherte sich mit einer Zeit von 8:55:11 die Bronzemedaille. Damit wurde er zum am meisten dekorierten deutschen Athleten bei dieser Weltmeisterschaft — zwei Einzelmedaillen in zwei verschiedenen Disziplinen.
Seine Doppelmedaille war eine der großen Geschichten der WMTRC 2023 und bewies, dass Deutschland im internationalen Trailrunning eine ernstzunehmende Rolle spielt. Zusammen mit Hannes Nambergers Gold beim Stubai Ultratrail bildete Schreibers Erfolg das Rückgrat des starken deutschen Abschneidens. Auch Ida-Sophie Hegemann trug mit ihrer Bronzemedaille zum Gesamterfolg bei.
| Disziplin | Platzierung | Zeit | Strecke |
|---|---|---|---|
| Trail Short | 2. Platz (Silber) | 3:28:44 | ~45 km / 2.500 Hm |
| Trail Long | 3. Platz (Bronze) | 8:55:11 | ~80 km / 4.500 Hm |
Kimi Schreiber wurde um 1996 geboren und stammt aus Süddeutschland. Bei der WMTRC 2023 in Innsbruck-Stubai war er Mitte 20 und gehörte damit zu den jüngsten Medaillengewinnern des Wettbewerbs. Er trainiert vorwiegend in den bayerischen und Tiroler Alpen.
Schreiber gewann zwei Einzelmedaillen: Silber im Trail Short (3:28:44) und Bronze im Trail Long (8:55:11). Damit war er der am meisten dekorierte deutsche Athlet bei der WM. Die vollständigen Ergebnisse aller Disziplinen sind auf der Ergebnisseite einsehbar.
Der Trail Short bei der WMTRC 2023 war rund 45 Kilometer lang mit etwa 2.500 Höhenmetern. Der Trail Long umfasste circa 80 Kilometer mit 4.500 Höhenmetern. Beide Strecken führten durch das hochalpine Gelände rund um Innsbruck und das Stubaital, wobei der Trail Long deutlich mehr Ausdauer und Ultra-Erfahrung erforderte.
Zwei Einzelmedaillen in zwei verschiedenen Trail-Disziplinen bei einer Weltmeisterschaft sind äußerst selten. Schreiber zeigte damit eine bemerkenswerte Vielseitigkeit — sowohl auf der kürzeren, explosiveren Trail-Short-Distanz als auch auf der Ultra-Distanz des Trail Long. Für den deutschen Trailrunning-Sport war es ein Meilenstein.
Bei der WMTRC 2023 traten die besten Trail-Läufer aus über 50 Nationen an. Im Trail Short und Trail Long war die Konkurrenz besonders stark mit Athleten aus Frankreich, Spanien, Italien und den USA. Schreibers Medaillen sind umso beeindruckender, da er sich gegen diese Weltklasse-Felder durchsetzte.
Schreiber setzt auf ein Training, das Bergläufe in technischem Gelände mit Intervallarbeit und langen Ausdauereinheiten kombiniert. Besonderes Augenmerk legt er auf technische Abfahrten und das Laufen in hochalpinem Gelände über 2.000 Metern. Seine Trainingsbasis in den Alpen bietet ideale Voraussetzungen für diese spezifische Vorbereitung.
Neben Kimi Schreiber holte Hannes Namberger Gold beim Stubai Ultratrail und Ida-Sophie Hegemann Bronze im Trail Short der Frauen. Deutschland gehörte damit zu den erfolgreichsten Nationen bei den Trail-Disziplinen der WMTRC 2023.
Die World Mountain and Trail Running Championships 2023 fanden in der Region Innsbruck-Stubai in Tirol, Österreich, statt. Die Trail-Strecken führten durch hochalpines Gelände mit Passagen über 2.800 Meter Höhe, technischen Singletrails und anspruchsvollen Auf- und Abstiegen. Alle Details zu den einzelnen Strecken finden Sie auf der Streckenseite.